Von Fleisch-Siegeln bis Rekord-Tourismus
Die News der Kalenderwoche 51: Kommt das Fleisch-Logo für die Gastro? – Lieferando-Report 2024: Das Bestell- und Essverhalten der Deutschen – Deutschlandtourismus verzeichnet Rekordzahlen

Kommt das Fleisch-Logo für die Gastro?
Um dem Wunsch von Verbrauchern nach mehr Transparenz nachzukommen, haben Grüne und SPD ein Konzept erarbeitet, das ein Fleisch-Siegel nicht nur für Supermärkte, sondern auch für Restaurants vorsieht. Noch im Dezember soll der Gesetzesentwurf voraussichtlich ins Parlament eingebracht werden, in dem über die Kennzeichnungspflicht für Fleischprodukte im Außer-Haus-Markt entschieden werden soll. Demnach sollen künftig auf Speisekarten, Preisverzeichnissen oder Aushängen Angaben zur Haltungsform der Tiere zu finden sein. So sollen Gäste in Restaurants, Kantinen oder anderen Betrieben besser informiert werden. Das dafür vorgesehene System soll aus fünf Haltungskategorien bestehen, die von den gesetzlichen Mindestanforderungen bis „Bio“ reichen. Es wird ab August 2025 auch für frisches Schweinefleisch in Supermärkten angewendet.
In der Gastronomie kann das Siegel auf Speisekarten, als Hinweis an der Theke oder digital zur Verfügung stehen.
Die Gastro-Branche lehnt neue Kennzeichnungspflichten zur Tierhaltung ab. Die Ausweitung auf die Außer-Haus-Verpflegung bedeute unverhältnismäßigen bürokratischen Mehraufwand und stelle Betriebe wie Lebensmittelkontrollen vor praktisch kaum lösbare Aufgaben, sagt die Hauptgeschäftsführerin des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands, Ingrid Hartges. Kennzeichnungen an einzelnen Gerichten würden Speisekarten unlesbar machen. „Im Gegensatz zum Supermarkt kann ein Gast im Restaurant bei einem Schnitzel nicht zwischen verschiedenen Haltungsformen des Schweins wählen”, erläutert Hartges. Schwierig wird es für die Betreiber bei Änderungen in der Karte oder Lieferengpässen. Zudem sei fraglich, wie hoch das Interesse der Gäste an den Informationen überhaupt ist. Wichtiger sei für die meisten Besucher Preis und Geschmack.
Lieferando-Report 2024: Das Bestell- und Essverhalten der Deutschen

Der 4. Lieferando Report gibt spannende Einblicke in die Food-Trends und das Bestellverhalten der Deutschen. Die Auswertung von Bestelldaten und einer repräsentativen Umfrage zeigt, wie die Themen Self-Care, Nachhaltigkeit und der Einfluss von Influencern die Essgewohnheiten prägen. Achtsames Essen hat sich dabei als ein zentraler Trend etabliert. Für 85 Prozent der Deutschen spielt die bewusste Auswahl von Zutaten eine wichtige Rolle. Fleischfreie Alternativen gewinnen an Popularität: 40 Prozent der Bestellungen enthalten bereits vegetarische Optionen, 14 Prozent sogar vegane. Selbst bei Fast Food zeigt sich der Trend zur gesünderen Ernährung, etwa durch den Einsatz von Süßkartoffelpommes oder Vollkornbrötchen.
Die Nachfrage nach frischen und biologischen Lebensmitteln ist ebenfalls stark gestiegen. Bestellungen mit dem Stichwort „Bio“ haben um 37 Prozent zugenommen, und auch Gerichte mit dem Zusatz „frisch“ erfreuen sich mit einem Wachstum von 14 Prozent zunehmender Beliebtheit, insbesondere bei Frauen und älteren Generationen.
Ein neuer Lebensstil zeichnet sich besonders am Abend ab: Immer mehr Menschen bestellen ihre Mahlzeiten nach 22 Uhr. Rund 12 Prozent der Lieferando-Bestellungen erfolgen zu später Stunde, wobei Cheeseburger, Chickenburger und Pizza Margherita die beliebtesten Gerichte sind. Dieser Trend, der aus den USA nach Deutschland gekommen ist, geht einher mit einem flexibleren Umgang mit Essenszeiten. Die Ernährungsexpertin Natalie Grahl, die an der Erstellung des Lieferando Reports mitgewirkt hat, betont, dass späte Mahlzeiten gesundheitlich unbedenklich sind, solange genügend Zeit bis zum Schlafengehen eingehalten wird.
Stars und Influencer haben ebenfalls großen Einfluss auf das Bestellverhalten. Immer mehr Prominente bringen eigene Produkte auf den Markt, die von ihren Fans begeistert angenommen werden. Erfolgsbeispiele sind die Pizza-Marke „Happy Slice“ von Knossi und Trymacs sowie Lukas Podolskis „Mangal Döner“. Beide Marken verzeichnen hohe Bestellzahlen, was den Einfluss der Fankultur auf den Lebensmittelmarkt unterstreicht.
Auch die beliebtesten Küchenrichtungen spiegeln sowohl Altbewährtes als auch Neues wider. Die italienische Küche bleibt an der Spitze, gefolgt von amerikanischen und japanischen Klassikern. Der Cheeseburger verteidigt seinen Platz als meistbestelltes Gericht, während die türkische Küche das größte Wachstum zeigt. Überraschend ist zudem der Einfluss von Social-Media-Trends wie dem „Dubai-Hype“, der sich in mehr als 430 Gerichten auf Lieferando niederschlägt. Vor allem Desserts wie Dubai Choc Tiramisu sind bei den Kunden gefragt.
Für den Lieferando Report 2024 wurden Bestellungen von 16 Millionen Konsumenten bei 38.000 Partnern anonymisiert ausgewertet und durch Ergebnisse einer Yougov-Umfrage ergänzt.
Deutschlandtourismus verzeichnet Rekordzahlen

Das Statistische Bundesamt hat die vorläufigen Ergebnisse für die Übernachtungszahlen in- und ausländischer Gäste in Deutschland im Oktober 2024 mitgeteilt. Insgesamt konnten 45,5 Millionen Übernachtungen verzeichnet werden. Das sind 2,5 Prozent mehr als im Oktober 2023. Die Zahl der ausländischen Gäste war mit 7 Millionen 1,1 Prozent höher als im letzten Oktober. Die Übernachtungszahlen inländischer Gäste lagen mit 38,5 Millionen sogar 2,7 Prozent über den Zahlen aus Oktober 2023.
Im Zeitraum Januar bis Oktober 2024 wurden 433,1 Millionen Übernachtungen erfasst. Das sind 1,6 Prozent mehr als im gleichen Vorjahreszeitraum und sogar 0,2 Prozent über dem bisherigen Rekordwert 432,3 Millionen, der in den ersten zehn Monaten des Jahres 2019, also vor Ausbruch der Corona-Pandemie, erfasst worden ist. Die Zahl der Übernachtungen von Gästen aus dem Inland stieg gegenüber Januar bis Oktober 2023 um 0,8 Prozent auf 359,8 Millionen. Bei den Gästen aus dem Ausland stieg die Übernachtungszahl um 5,5 Prozent auf 73,2 Millionen.
Detaillierte Ergebnisse sind Ende Dezember auf der Website des Statistischen Bundesamtes einsehbar: Destatis
Die Angaben beziehen sich auf Beherbergungsbetriebe (Hotels, Gasthöfe und Pensionen, Ferienunterkünfte und ähnliche Beherbergungsstätten, Campingplätze und sonstige tourismusrelevante Unterkünfte) mit mindestens zehn Schlafgelegenheiten beziehungsweise zehn Stellplätzen auf Campingplätzen.
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Lena Häfermann
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