Das verdient das Gastgewerbe
Die News der Kalenderwoche 14: Löhne & Umsätze im Gastgewerbe – Gastgewerbeumsatz leicht gestiegen – DEHOGA-Landesmeisterschaften in Niedersachsen

Löhne und Umsätze im Gastgewerbe
Viele Parteien und Gewerkschaften waren sich vor der Wahl einig: die Löhne müssen rauf. CDU/CSU und SPD haben in ihrem Sondierungspapier nun die Möglichkeit eines Mindestlohns von 15 Euro erwogen. Für Millionen von Beschäftigten wäre das ein deutliches Plus, denn der Mindestlohn beträgt aktuell 12,82 Euro. Auch Grüne und Linke haben sich im Wahlkampf für eine Anhebung ausgesprochen. Die bisherigen Erhöhungen sind im Vergleich zu den Teuerungen zu gering ausgefallen, heißt es als Begründung. Laut einer EU-Vorgabe sollte der Mindestlohn im Land nicht weniger als 60 Prozent des sogenannten Medialohns betragen. Die Hans-Böckler-Stiftung hat ausgerechnet, dass der Mindestlohn demnach bei 15,12 Euro liegen müsste. Zahlen des Statistischen Bundesamtes zufolge liegt der Lohn derzeit bei 9,5 Millionen Jobs bei unter 15 Euro. Das betrifft bundesweit etwa jeden vierten Job. Besonders betroffen ist die Gastronomie: hier werden fast drei Viertel der Jobs unter 15 Euro pro Stunde entlohnt.
Der DGB betont, dass durch die höheren Löhne Mehreinnahmen bei Sozialversicherungen und Einkommensteuer entstehen sowie durch direkte Ausgaben die Wirtschaft wieder angekurbelt wird. Arbeitgeberverbände befürchten hingegen steigende Insolvenzen bei beispielsweise Restaurants, Friseursalons, Taxiunternehmen, Bäckereien sowie bei Bauernhöfen, die Obst, Gemüse und Wein anbauen, weil das Personal zu teuer wird. Doch auch langfristig kann es negative Effekte geben, wird gewarnt: wenn Kunden nicht bereit oder in der Lage seien, die höheren Preise zu bezahlen, könnte es passieren, dass die Leistung weniger nachgefragt werde, heißt es vom Institut der Deutschen Wirtschaft. Dann würden Jobs ebenfalls wegfallen. Schon im vergangenen Herbst äußerte sich DEHOGA-Hauptgeschäftsführerin Ingrid Hartges kritisch zu den Überlegungen, die damals Bundesarbeitsminister Hubertus Heil angestellt hatte. Sie hatte befürchtet, dass die Gastro-Betriebe damit weiter in Schieflage geraten. Ein Betreiberpaar aus Tübingen stellte damals tagesschau.de gegenüber die Frage, was sie den Fachkräften pro Stunde zahlen sollen, wenn schon Hilfskräfte 15 Euro pro Stunde verdienen und wieviel dann ein Bier in der Gaststätte kosten muss, um das aufzufangen.
Gastgewerbeumsatz leicht gestiegen

Im Januar 2025 haben Hotels und Gaststätten mehr Umsatz gemacht als im Januar 2024. Das zeigen die aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamtes. Die Erlöse lagen nominal um 3,9 Prozent höher als im Vorjahresmonat. Preisbereinigt (real) sind es jedoch minus 0,3 Prozent.
Im Vergleich zu Dezember 2024 sind die Umsätze um 2,7 Prozent (real) und 2,5 Prozent (nominal) angestiegen. Hier zeigen sich Unterschieden zwischen Gastronomie und Hotellerie: in der Gastro konnte ein Plus von 3,0 Prozent verzeichnet werden. Hotels und andere Beherbergungsbetriebe müssen Einbußen in Höhe von 2,1 Prozent hinnehmen.
2024 lagen die Gesamtumsätze real bei minus 2,6 Prozent. Durch Preiserhöhungen konnte das Gastgewerbe ihre nominalen Umsätze aber im Vergleich zum Vorjahr um 0,6 Prozent steigern. Das Umsatzniveau aus der Zeit vor der Pandemie konnte noch nicht wieder erreicht werden. Mit der temporären Absenkung der Mehrwertsteuer wurde die Gastro bis zum 1. Januar 2024 finanziell unterstützt. Seit einem Jahr gilt wieder der erhöhte Mehrwertsteuersatz. Die Große Koalition hat nun die erneute und vor allem dauerhafte Absenkung der Mehrwertsteuer von 19 Prozent auf 7 Prozent in Aussicht gestellt. Davon verspricht sich der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband Aufschwung für die Gastwelt. DEHOGA-Präsident Guido Zöllick äußerte sich dazu: „Die steuerliche Gleichbehandlung von Speisen, flexible Arbeitszeiten und spürbarer Bürokratieabbau – das sind wegweisende Entscheidungen, die unsere Betriebe jetzt brauchen.“ Kritik gibt es vom Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW). Mit der Ermäßigung der Mehrwertsteuer auf Speisen in Restaurants würden in erster Linie wohlhabendere Haushalte begünstigt werden, da diese häufiger essen gehen (können) als Geringverdienende.
DEHOGA-Landesmeisterschaften in Niedersachsen

Am 19. Und 20. März fanden in Osnabrück im Berufsschulzentrum am Westerberg die niedersächsischen Jungendmeisterschaften des DEHOGA statt. Insgesamt traten 36 Auszubildende aus den Ausbildungsberufen Koch/Köchin, Fachleute für Restaurants und Veranstaltungsgastronomie und Hotelfachleute gegeneinander an. Das Motto in diesem Jahr lautete: „Horses and Dreams“.
Bester Koch wurde Clemens Schäftlein vom Havelserhof in Garbsen; Lena Gloistein von Burgdorfs Hotel und Restaurant sicherte sich den Titel als beste Fachkraft für Restaurants und Veranstaltungsgastronomie und Jana Hemme vom See- und Sporthotel Ankum belegte Platz 1 bei den Hotelfachleuten. Als bestes Team ging die BBS 3 aus Oldenburg aus dem Wettbewerb hervor.
Je nach Ausbildungsberuf galt es, beispielsweise in den Bereichen Kochen, Garnieren, Tisch eindecken und Speisekarten gestalten sowie Verkaufsgespräche führen, Hotelzimmer abnehmen und Restaurant bestätigen zu überzeugen.
Vor rund 200 Gästen aus Hotellerie, Gastronomie, Wirtschaft und Politik erklärte Niedersachsens DEHOGA-Präsident Florian Hary: „Sie arbeiten alle in der schönsten Branche der Welt. Ihnen steht die Welt offen, nutzen Sie die vielfältigen Tätigkeitsbereiche und Karrierechancen im Gastgewerbe! Die Niedersächsischen Jugendmeisterschaften sind der Höhepunkt in der regionalen Nachwuchsförderung der angehenden Fachkräfte. Sie sind ein wertvoller Rahmen, unsere Branche der Öffentlichkeit vorzustellen und für eine Ausbildung im Gastgewerbe zu werben.“
Höhepunkt des Wettbewerbs war das Prüfungsessen. Dafür mussten die Köch:innen aus einem vorgegebenen Warenkorb ein Menü für sechs Personen zubereiten, das anschließend von den Fachleuten aus Hotel, Restaurant und Veranstaltungsgastro professionell serviert wurde.
Das Siegermenü bestand aus:
Dreierlei Pilze
- Champignon Panna-Cotta – gepickelte Buchenpilze – gebackene Enoki
- geräuchertes Paprikatempura
- Pumpernickelerde
- Rote Beete Creme
- Schnittlauchöl
Zweierlei vom Kaninchen
- Gedämpfte Roulade und geschmorte Keule
- Balsamicojus
- glasiertes Gemüse Brokkoli, Möhren, Rosenkohl
- Selleriecreme, Kartoffeldonut
- Grießflammerie
- Orangensorbet
- gefüllter, falscher Topfenknödel
- Zartbitter-Ganache, Gewürz-Kumquats
- Hippengebäck
Die Goldmedaillengewinner sind mit ihrem Sieg als Team zur Teilnahme am bundesweiten Wettbewerb zugelassen. Die Deutschen Jugendmeisterschaften im Gastgewerbe finden im Herbst in Bonn statt.
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Lena Häfermann
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